Die Hundeartigen
Die Hundeartigen Drucken
Geschrieben von: Andreas Noll   
Sontag, 02. März 2008 13:13

Hundeverwandtschaft

Unser Haushund ( Canis lupus f. familiaris ) ist ein Säugetier welches innerhalb der Ordnung “ Raubtiere “ zur großen Familie der “ Hundeartigen “ gehört.

Hundeartige gibt es mit Ausnahme der Molukken, Neuseeland, Madagaskar und einigen Inseln -primär vorkommend - auf der ganzen Welt. Ihre Anpassungsfähigkeit machte sie dermaßen erfolgreich und ermöglichte ihnen ein Überleben unter nahezu allen Bedingungen. Kaum eine andere Säugetiergruppe zeigt im Hinblick auf Körpergröße, -form und Fellfarbe eine vergleichbare Vielfalt.

 


 

Auch wenn es einige Unterschiede zwischen den Angehörigen dieser Familie gibt sind die Gemeinsamkeiten doch nicht zu verkennen:

Alle Caniden haben paarig angeordnete Reißzähne und fünf Zehen an den Vordergliedmaßen sowie vier Zehen an den Hintergliedmaßen mit stumpfen nicht rückziehbaren Krallen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Fleisch, können aber auch Beeren und Früchte verdauen.

Alle Mitglieder dieser Familie können ausgezeichnet hören und haben einen hoch entwickelten Geruchssinn.

Im Zuge ihrer Entwicklung haben die Caniden ( Hundeartigen ) über sechzig Gattungen hervorgebracht. Bis heute jedoch erhielten sich nur zehn Gattungen in fünfunddreißig Arten. Anbei eine kurze, steckbriefartige Vorstellung der heute noch vorkommenden zehn Canidengattungen.

  • Gattung Canis

Diese Gattung umfasst die Wölfe, Dingos, abessinischen Wildhunde, Kojoten, Schakale und den Haushund.

 

Wölfe: © Friedrich Hartl - Fotolia.com
Schabrackenschakal: © EcoView - Fotolia.com



Kojote: © outdoorsman - Fotolia.com

 

  • Gattung Lycaon

Einziger lebender Vertreter dieser Gattung ist der afrikanische Wildhund -einer der wenigen Hunde die hauptsächlich nach dem Gesichtssinn jagen. Diese Art lebt und jagt in Rudeln von sechs bis fünfzig Tieren und ernährt sich von kleinen Gazellen und gelegentlich auch größeren Huftieren. Da Wildhunde als Viehdiebe unkontrolliert bejagt werden, sind sie die am stärksten gefährdete Raubtierart in Afrika.

 


 

 

  • Gattung Cuon

Auch hier gibt es nur einen einzigen lebenden Gattungsvertreter - den über Pfiffe kommunizierenden asiatischen Rothund. Die Fellzeichnung ist äußerst variabel. Rothunde ernähren sich überwiegend von Huftieren die im Rudel gejagt werden. Starke Rothunderudel töte n gelegentlich sogar Tiger und Leoparden.

 


 

  • Gattung Vulpes

Diese Gattung umfasst die Echten Füchse die weltweit vertreten sind. Zu ihnen zählen unser Rotfuchs und der langohrige Wüstenfuchs. Füchse haben im Gegensatz zu den anderen Caniden eine senkrecht, ovale Pupille. Füchse ernähren sich überwiegend von Nagetieren, Vögeln, Früchten, Aas und Insekten.

Rotfuchs
Rotfuchs © Valery Kirsanov - Fotolia.com
  • Gattung Chrysocyon

Einziger noch lebender Vertreter ist der von Kleintieren lebende, langbeinige, südamerikanische Mähnenwolf. Mähnenwölfe sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger.

Mähnenwolf

Mähnenwolf

 

 

Gattung Otocyon

Der afrikanische Löffelhund jagt überwiegend akustisch und ernährt sich von Termiten.

Löffelhund

 

  • Gattung Alopex

Hierzu zählt ausschließlich der aus den arktischen Gebieten Europas und Nordamerikas stammende Eisfuchs. Er ernährt sich überwiegend von Schneehasen und Vögeln.

Eisfuchs

 

 

  • Gattung Dusicyon

Hierbei handelt es sich um solitär lebende südamerikanische Füchse.

  • Gattung Speothos

Der kurzbeinige Waldhund als einziger Angehöriger dieser Gattung lebt von Panama bis Brasilien in der Nähe von Gewässern und ist ein hervorragender Schwimmer.

Waldhund

 

 

  • Gattung Nyctereutes

Auch hier gibt es nur noch einen einzigen lebenden Angehörigen dieser Gattung. Der kurzohrige, paarweise lebende Marderhund ist mittlerweile auch in Mitteleuropa heimisch. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Ost- und Zentralasien. Marderhunde sind die einzigen Caniden die einen Winterschlaf halten.

Marderhund
© Antje Lindert-Rottke - Fotolia.com
Marderhund

Eine Verpaarung zwischen Vertretern der Gattung Canis und den übrigen neun Gattungen ist aufgrund unterschiedlicher Chromosomenzahlen nicht möglich.

 

Text: Andreas Noll / Lengerich

 



Aktualisiert ( Donnerstag, 27. August 2009 08:21 )