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Ignorieren unerwünschten Verhaltens
Ignorieren unerwünschten Verhaltens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Andreas Noll   
Dienstag, 20. Mai 2008 08:28

 

Sucht man unter Hundefreunden nach Rat wie man Untugenden eines Hundes begegnen soll, so bekommt man oft den Standardrat man solle unerwünschtes Verhalten ignorieren.

Dies hört sich modern und artgerecht an, ist aus fachlicher - und lernwissenschaftlicher Sicht als Pauschalrat, gar als globale Erziehungsrichtung nicht haltbar.

In der Tat ist dies eher eine plakative Aussage die den Ratgeber von der Pflicht entbindet konkret zu werden.

Ignorieren ist lediglich in einem sehr kleinen Anwendungsgebiet ein mögliches Mittel der Hundeerziehung. Pauschal und außerhalb dieser engen Gebiete angewendet, wird in der Regel das unerwünschte Verhalten dadurch verstärkt und gefestigt.

Für das Verständnis dieses Zusammenhanges ist es wichtig, vorher lerntheoretische Kenntnisse zu haben, wie sie hier in den Kapiteln Lernverhalten und Motivation und Strafe vermittelt werden.

 

aggression

 

Hier wäre ignorieren absolut falsch ! © Glen Jones - Fotolia.com

 

Was ist Ignorieren eigentlich?

Ignorieren bedeutet nicht auf das Verhalten des Hundes einzugehen.

Lernwissenschaftlich, ist Ignoranz ein kleiner Teilaspekt aus dem Bereich der negativen Strafe.

Um die Wirksamkeit des Ignorierens zu überprüfen, muss man sich drüber im Klaren sein, was es eigentlich bewirken soll.

Es soll dem Hund ( wie jede Form negativer Strafe ) schlicht das Erreichen seines Verhaltenszieles unmöglich machen – wir nehmen dem Hund sein Motivationsziel.

Hier wird deutlich, dass Ignorieren nur erfolgreich sein kann, wenn das Verhalten des Hundes ausschließlich den Zweck hat eine Reaktion bei uns zu provozieren.

Ist man sich über diesen Hintergrund im Klaren, wird einem auch deutlich wo die Grenzen des Ignorierens sind: Überall dort, wo das Hundeverhalten nicht in erster Linie auf uns zielt.

Hat die Tat des Hundes aber selbstbelohnenden Charakter, ist Ignorieren nicht angebracht, ja stärkt Ignorieren sogar das unerwünschte Verhalten. Unser mangelndes Einschreiten wird vom Hund als Erlaubnis gewertet und das Erreichen seines Zieles belohnt ihn zusätzlich dafür.

Selbstbelohnenden Charakter haben beispielsweise alle Formen der Aggression, das Wegrennen um mit anderen Hunden zu toben, Jagdverhalten, das Stehlen von Gegenständen,…

 

Zum Hundekumpel rennen hat selbstbelohnenden Charakter,

ignorieren wir dieses Wegrennen werden wir dieses

Verhalten nicht abstellen können.

© stoneman - Fotolia.com

 

 

Wo aber macht Ignorieren Sinn?

  • Zunächst in allen Bereichen in denen Die Tat bereits geschehen ist. Nicht weil die Methode wirksam wäre, sondern weil der Hund ohnehin im Nachhinein keine Erziehungsmaßnahme mit einer Tat in der Vergangenheit verknüpfen kann. Ignorieren ändert in diesen Fällen nichts am Fehlverhalten, es beugt aber einem Vertrauensverlust durch für den Hund im Nachhinein nicht nachvollziehbare Strafen vor.

Zur wirksamen Bekämpfung diese Probleme muss man bei nächster Gelegenheit auf andere Erziehungsmethoden zurückgreifen wie Gewöhnung, Extinktion, Assoziationslernen, Konditionierung, Verstärkung, im Extremfall gar mit positiver Strafe.

  • Bei allen Untugenden die zwar vor unseren Augen geschehen, derer wir aber keinen Einhalt gebieten können. Jedes sinnlose Schimpfen würde dem Hund nur noch verstärkt vermitteln, dass unsere Befehle nicht ernst zu nehmen sind.

Hier sollte man sich über sich selbst ärgern und die Quelle unseres mangelnden Einflusses bereits in der nächsten Minute abstellen. Hört der Hund nicht ohne Leine, so gehört er schon zum Schutz der Umwelt sofort angeleint. Hört er nicht weil wir ihm nie einen Mindestgehorsam beibrachten, werden wir unerwünschtes Verhalten nur abstellen können, wenn dieser Mindestgehorsam vorliegt. Laborieren wir bereits seit Wochen oder gar Monaten daran rum, müssen wir uns auch eingestehen überfordert zu sein und für eine simple Grundausbildung eine Hundeschule besuchen.

Man darf eins nicht vergessen, hätten wir dem Hund ein einfaches allgemeines Abbruchsignal (Stopp,…) beigebracht, das einzige Kommando was ein Hund schon zum Schutze seines Lebens wirklich kennen muss, ließen sich damit alle oben genannten Untugenden problemlos abstellen. Man sollte die Hundeschule als Chance sehen zu lernen und dem Hund ein normales Leben mit mehr Freiheit zu genehmigen.

  • Dort, wo wir dem Hund den Sinn seines Verhaltens nehmen. Das Betteln ist ein typisches Anwendungsgebiet. Erhält der Hund konsequent von allen Familienmitgliedern nie Beachtung in Wort-, Blick-, oder sonstiger Form für sein Verhalten, verliert es für ihn den Sinn und er wird es nach verschiedenen Phasen des Löschungstrotzes einstellen. Sollte ein einziges Familienmitglied dies unterlaufen, ist man vermutlich mit den oben genannten Methoden besser bedient.

betteln

Betteln ist eines der typischen Anwendungsgebiete fürs Ignorieren.

© Perry Harmon - Fotolia.com

 

Ignorieren ist ein wichtiges Mittel der Hundeerziehung, allerdings nur dort wo WIR die Schlüsselrolle für das Verhalten darstellen. Meist sogar dort wo wir erziehungsschwächen haben. Ist uns dies bewusst und stellen wir diese Fehlerquellen an uns ab, wird sich vieles an unerwünschten Hundeverhalten problemlos beheben lassen.

 

Text: Andreas Noll / Lengerich

Aktualisiert ( Donnerstag, 27. August 2009 08:12 )
 

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