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Ziehen an der Leine
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Geschrieben von: Andreas Noll   
Sontag, 06. April 2008 14:28

Leinenführigkeit ausgewachsener Hunde.

 

In diesem Artikel geht es nicht um das korrekte „Bei Fuß - gehen “ von Hunden. Dies ist ein ablenkungsfreies Gehen des Hundes auf Höhe des linken Knies seines Halters, in Situationen in denen man verlässliche Kontrolle über den Hund haben möchte.

Es geht auch nicht um das Anpöbeln anderer Hunde an der Leine, dies ist im Kapitel Aggressionen behandelt.

Hier geht es um das Leinenziehen während eines ganz normalen Spazierganges. Eigentlich sollte dies eine Tätigkeit sein die Hund und Halter gleichermaßen Spaß, Abwechslung, körperliche Ertüchtigung und Entspannung gibt.

Zieht der Hund seinen Halter aber hinter sich her, erfüllt der Spaziergang nicht seinen Zweck. Um dieses Verhalten zu korrigieren, ist es erforderlich seine Ursachen heraus zu finden. Zu erkennen, welche Gründe zum Ziehen führen können.

 

Oft ist die Rede von einer gestörten Rangbeziehung, auch wenn dies sicherlich oft der Fall ist, die Ursache ist dies nur selten.

In aller Regel lernten die Hunde nur nie, nicht zu ziehen. Dem Besitzer fehlte die Möglichkeit seinem Hund konsequent beizubringen, dass Die Leine locker durchhängen muss.

 

Was veranlasst aber Hunde zu ziehen? Warum müssen sie erst lernen, dass die Leine nicht gestrafft werden darf?

1)Hauptursache ist sicherlich, dass der Hund schlicht nie lernte, dass die Leine durchhängen muss, dass sein Besitzer ihm nie klarmachen konnte, dass Ziehen nicht erwünscht ist und alle Korrekturmaßnahmen für den Hund nicht mit dem Ziehen zu verknüpfen sind.

 

2) Des Weiteren wäre die unterschiedliche Schrittgeschwindigkeit zu nennen. Bei Hunden ist die normale Fortbewegungsart ein zügiger Trab. Schon bei mittelgroßen Hunden ist unsere menschliche Geschwindigkeit für den Hund zu langsam.

 

3) Hunde die überwiegend Abrollleinen kennenlernten, haben es deutlich schwerer, den feinen Unterschied zum Ziehen zu erkennen da sie die Leine immer auf Spannung halten müssen. Abrolleinen sollten Hunden vorbehalten sein, die kein Ziehen mehr zeigen, erfüllen da aber gute Dienste.

 

4) Gewalttätige Erziehungsmethoden, zu viel Strenge und heftige Leinenrucke die potentiell eher dazu neigen den Abstand zu ihnen zu vergrößern

 

5) Irgendwann ziehen all diese Hunde, weil sie lernten, dass sie Erfolg damit haben. Das der Besitzer es duldet und das Ziele sich so durchsetzen lassen und dies ist der Punkt, an dem es ein Rangproblem werden kann.

 

Der Markt bietet eine Vielzahl an Erziehungshilfen für diesen Zweck an. Angefangen von kleinen Pfeifen welche man zwischen Halsband und Leine hängt, über Kopfhalfter, Stachel –und Würgehalsbändern bis hin zu speziellen Erziehungsgeschirren, welche die Brust des Hundes beim Ziehen einengen.

Einiges davon ist komplett wirkungslos, einiges abzulehnen, einiges bedingt empfehlenswert.

 

Alles was jedoch potentiell geeignet ist dem Hund Schmerzen zuzufügen, bzw. ihm Brust oder Kehle einengt ist abzulehnen. Viele Hunde versuchen gar dem unangenehmen Gefühl durch verstärktes Ziehen zu entkommen wie unzählige extrem ziehende Hunde mit Stachelhalsband beweisen.

Gleiches gilt für das typische Leinenrucken. Jeder der schon Nacken- oder Rückenschmerzen hatte, kann sich vorstellen welche Wirkung dies auf die Nackenmuskulatur, auf die Wirbelsäule und Bandscheiben des Hundes hat, noch Stunden und Tage nach dem Ruck da der Nackenbereich bei Großhunden mit unserem vergleichbar ist, bei Kleinhunden ist er eher empfindlicher.

 

Welche Ausrüstung macht also Sinn bei einem ziehenden Hund?

Der Markt bietet eine Vielzahl an Erziehungshilfen für diesen Zweck an. Angefangen von kleinen Pfeifen welche man zwischen Halsband und Leine hängt, über Kopfhalfter, Stachel –und Würgehalsbändern bis hin zu speziellen Erziehungsgeschirren, welche die Brust des Hundes beim Ziehen einengen.

Einiges davon ist komplett wirkungslos, einiges abzulehnen, einiges bedingt empfehlenswert.

 

Alles was jedoch potentiell geeignet ist dem Hund Schmerzen zuzufügen, bzw. ihm Brust oder Kehle einengt ist abzulehnen. Viele Hunde versuchen gar dem unangenehmen Gefühl durch verstärktes Ziehen zu entkommen wie unzählige extrem ziehende Hunde mit Stachelhalsband beweisen.

Gleiches gilt für das typische Leinenrucken. Jeder der schon Nacken- oder Rückenschmerzen hatte, kann sich vorstellen welche Wirkung dies auf die Nackenmuskulatur, auf die Wirbelsäule und Bandscheiben des Hundes hat, noch Stunden und Tage nach dem Ruck da der Nackenbereich bei Großhunden mit unserem vergleichbar ist, bei Kleinhunden ist er eher empfindlicher.

 

Welche Ausrüstung macht also Sinn bei einem ziehenden Hund?

1)Eine feste Leine – keine Rollleine um dem Hund überhaupt ein Gefühl für die Leinenspannung zu vermitteln

 

2)Ein möglichst breites, weiches Lederhalsband oder ein gut sitzendes Geschirr um den Druck auf den Hals zu mindern, kein Antizuggeschirr.

 

© Robert P. Mobley Jr. - Fotolia.com

 

Welche Voraussetzungen braucht der Hundehalter?

1)Ein Gefühl für die Leinenspannung und Timing. Ist schon Zug auf der Leine hat man seinen Einsatz bereits verschlafen. Man muss genau in dem Sekundenbruchteil eingreifen, wenn die Leine nicht mehr durchhängt, lange bevor der Hund wirklich zieht.

 

2)Den Willen zu absoluter Konsequenz. Den Willen immer einzugreifen, egal ob es gerade gelegen kommt, man gerade Zeit hat, oder nicht.

 

3)Wichtig ist es die Spaziergänge der Konzentrationsfähigkeit des Hundes anzupassen. Niemand kann von einem Hund erwarten, dass er die Konzentration über zwei Stunden beibehält, wenn er bis vor wenigen Tagen nicht mal wusste was von ihm eigentlich erwartet wird. Da Konsequenz aber unbedingt nötig ist, müssen die Spaziergänge in der Anfangszeit eben kürzer ausfallen.

 

Wie vermittelt man dem Hund das Kommando?

Wenn wir uns die Erziehungsgrundsätze aus den Kapiteln Lernverhalten und Motivation und Strafe vor Augen führen wissen wir, dass die mächtigste Erziehungsmethode die Kombination von positiver Verstärkung und negativer Strafe (Hinweg nehmen des Ziels des Verhaltens) ist.

Was bedeutet dies jetzt auf dieses Verhalten bezogen? Sollen wir jetzt mit Futterbeutel am Gürtel spazieren gehen?

Sicher nicht. Es mag unter Umständen bei Ihrem Hund funktionieren und macht Sinn bei abgeschlossenen Übungen ( Sitz, Platz oder dem lockeren Vorbeigehen an einem besonders begehrten Gegenstand ), in der Regel verzögert es aber nur den Erfolg.

Ein Nachteil dieser Methode liegt darin, dass Lob, Leckerlis und ähnliche Belohnungen für die meisten Hunde ein Zeichen für das Übungsende sind. Die Übung ist jedoch nicht zu Ende, wenn der Hund zufällig gerade geht, dies ist eben kein „Sitz“, kein „Platz“.

Es gibt einen weiteren Nachteil der Futtermethode, sie richtete die Aufmerksamkeit des Hundes weg von der Leine, hin zu ihnen. Die Futtermethode ist daher eher für das korrekte „Bei Fuß“ Training angebracht, wo genau dieser Effekt erwünscht ist.

Womit könnte ich den Hund denn dann positiv bestärken? Wie in den Vorkapiteln beschrieben ist Lernwissenschaftlich die Eigenmotivation immer stärker als jede Fremdmotivation.

Auf diesen Fall bezogen bedeutet es, dass der Wille des Hundes weiterzukommen, zu schnuppern, zu markieren, andere Hunde zu treffen immer eine stärkere Motivation bedeutet als ein Leckerli, das zudem mit wachsender Gewöhnung, mit steigendem Sättigungsgefühl zunehmend an Wirkung verliert.

Wir müssen uns also den Willen des Hundes weiterzukommen zunutze machen um ihn zu belohnen. Sein Lohn besteht also darin, dass wir ihm an lockerer Leine ermöglichen den Spaziergang fort zu setzen. Es handelt sich um Assotiationslernen.

Und womit können wir negativ strafen? Ebenfalls mit diesem Willen des Hundes. Da eine negative Strafe nie unangenehmes zufügt, sonder angenehmes nimmt (daher der Begriff negativ), müssen wir ihm beim Ziehen sein Ziel unerreichbar machen.

 

Wie geht man jetzt am Besten vor:

Wenn möglich müssen natürlich Ursachen, wie sie oben beschrieben sind abgestellt werden sofern sie abzustellen sind. Dann erst kommt das eigentliche Training.

 

Im Grunde ist es eine der einfachsten Übungen der Basiserziehung.

In der Sekunde, in der die Leine nicht mehr locker durchhängt bleibt man einfach stehen. Der Hund wird einen zunächst erstaunt ansehen und den Zusammenhang nicht erkennen. Nach einigen Sekunden geht man weiter um beim nächsten Ziehen erneut sofort stehen zu bleiben. Es wird nicht lange dauern, bis der Hund sein Ziehen mit dem Stehenbleiben verknüpft.

Nach wenigen Tagen wird ein entspanntes Gehen möglich sein. Wichtig ist, dass man immer sofort und ohne Ausnahme handelt um für den Hund einen logischen Zusammenhang herzustellen.

Der Lerneffekt ist folgender: Ich komme nur weiter, wenn die Leine durchhängt, ziehe ich zu etwas hin werde ich es nie erreichen. Manchen Hundebesitzern hilft es ein Kommando, beispielsweise ein „Langsam“ einzufügen – nötig ist es nicht.

Alternativ zum Stehenbleiben kann man auch einen plötzlichen Richtungswechsel durchführen, auch dies ist aber eher aus dem Bereich des „ Bei Fuß“ Gehens, da auch dies die Aufmerksamkeit verstärkt auf den Besitzer lenkt, ähnlich wie Leckerlis.

In hartnäckigen Fällen kann man die Methode des Stehenbleibens mit einem Kopfhalfter (Halti) kombinieren. Hier ist es wichtig den Hund zunächst einige Tage an das Tragen des Halfters zu gewöhnen und niemals mit Leinenrucken zu arbeiten.

 

Leinenführigkeit beim Welpen.

Im Grunde gelten hier die gleichen Gesetze, der Unterschied ist, dass Welpen sich nur kurz konzentrieren können und das die ganze Welt voller aufregender Reize steckt.

Man sollte also zunächst das obige Vorgehen mehrmals täglich für wenige Minuten in reizarmer Umgebung durchführen, sei es im Hausflur oder im spielzeugbefreiten Wohnzimmer. Diese Zeitabstände müssen nach und nach gesteigert werden.

Bei Welpen macht es Sinn ein Zusatzkommando „Langsam“ einzufügen, da es bei einem Welpen unmöglich sein dürfte, bei Freigang und all den damit verbundenen Ablenkungen perfektes Leinengehen zu erwarten. Hier muss gelegentlich die Konzentration geweckt werden. Zu strenges Vorgehen in den ersten drei bis vier Wochen des Trainings, kann beim Welpen eher abschreckenden Charakter haben.

 

Auf diese Weise wächst der Welpe schon leinenführig auf bevor er zum notorischen Zieher wird.

 

Text: Andreas Noll / Lengerich

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 27. August 2009 08:12 )
 

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