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Jagdverhalten
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Geschrieben von: Andreas Noll   
Mittwoch, 05. März 2008 19:52

Jagdverhalten

Wenig trübt die Freude an einem Spaziergang mit dem Hund so wie dessen unkontrollierbares Jagdverhalten. Was ist eigentlich Jagdverhalten? Früher sprach man von Jagdtrieb, es ist aber keineswegs so, dass der Hund diesem Trieb ausgeliefert wäre. Nehmen wir als Beispiel den Wolf welchem wir gemeinhin eine stärkere Triebhaftigkeit unterstellen.

Sieht ein Wolf ein Beutetier in einer unerreichbaren Position so wird er keinen Jagdversuch starten. Ist ein Wolf dagegen absolut satt so wird er nicht einmal den Kopf nach einem potenziell erreichbaren Beutetier drehen. Sprechen wir also von Trieben so sollten wir sie eher als motivationsgesteuerte, jedoch in ihrer Grundanlage zu einem gewissen Prozentsatz angeborene Verhaltensweisen sehen als einem unausweichlich zu folgenden Trieb.

Sicher, es gibt Unterschiede zwischen Wolf und Hund. Dem Hund kommt es in der Regel nicht auf den Jagderfolg an, die Hatz an sich ist seine Belohnung.

Sein Jagdverhalten ist rudimentär aber schon die Ausübung dieses Verhaltens belohnt den Hund mit einer Ausschüttung der unterschiedlichsten Endorphine. Nicht der Erfolg, sondern die Tätigkeit an sich macht den Hund glücklich und belohnt ihn für sein Tun.

Jagen

Was die Sache schwierig für uns macht ist, dass Jagdverhalten bei Hunden genetisch fixiert ist. Der vollen Entwicklung dieser genetischen Anlage müssen wir also durch Einflussnahme entgegenwirken.

Die Praxis sieht aber anders aus, fast jeder Besitzer eines Hundes mit starkem Jagdverhalten hat dies, wo es nur ging gefördert und entwickelt – er hat sich seinen Wild hetzenden Hund in aller Regel selbst geschaffen.

Es fängt heutzutage schon damit an, dass man sich nicht über die Rasse welche man kauft informiert, bestenfalls kauft man sich ein kleines Rassebüchlein über die jeweilige Rasse welches – wie alle dieser Rasseführer – nur allgemein gültige Banalitäten und 5 – 6 rassespezifische Seiten haben wovon 3 schon für den abgeschriebenen Rassestandard draufgehen.

Abgerundet werden die Bücher durch die Aussage gerade jene besprochene Rasse sei der ideale Familienhund schlechthin. Diese Aussage steht in nahezu jedem Rasseführer und sagt gleich aus welcher Qualität dieses Buch ist – am besten man stellt es gleich bei eBay rein um doch noch ein wenig Nutzen daraus zu ziehen. Da sind wir beim Autokauf gewissenhafter, obwohl uns ein Hund zwei bis dreimal so lange wie ein Auto begleiten wird.

Absolut in Mode sind Jagdhunderassen als Familienhunde. Ob Labrador, Retriever, Münsterländer, Ridgeback, Dackel, Windhunde oder Terrier aller Arten.

Sicherlich: Bei einigen Rassen gibt es einen Unterschied ob sie aus einer Arbeitslinie stammen oder ob sie aus generationenalten Schauzuchten kommen. All dies ändert jedoch nichts daran, dass man eine Jagdhunderasse besitzt welche oft über Jahrhunderte mühsam bestimmte jagdliche Verhaltensweisen bewusst angezüchtet bekam. Wie kann man sich dann wundern, wenn der eigene Hund dieses Verhalten auch aufweist?

Halten wir also fest, dass ein Großteil der Hundeanfänger sich schon einmal für die grundsätzlich falsche Rasse entscheidet – wenn es dabei bliebe wäre es noch lange kein Problem.

Leider schließt sich jedoch – geht man den Berichten der geplagten Besitzer nach – eine völlig ungeeignete Aufzucht an. Wenn man sich einen Jagdhund kauft und nicht möchte dass er Jagdverhalten an den Tag legt so sollte man dies nicht fördern.

Hat man aber den Welpen im Hause so trainiert man mit ihm unermüdlich genau diese Jagdeigenschaften, man verknüpft sie positiv bei ihm und kurbelt so die oben beschriebene Endorphinproduktion an indem man den Hund hinter Bällen herjagen lässt, seine Jagdreflexe an Kongs schult, ihm das Apportieren beibringt, am besten noch aus dem Wasser heraus, ihn einer Beuteangel hinterherlaufen lässt, .....

All die Eigenschaften welche der Hund von sich aus mitbringt werden vom Besitzer oft bis zur Perfektion gefördert.

Haut er dann ab und kommt erst nach einer halben Stunde wieder zu uns zurück so bekommt der Hund Druck. Was lernt er daraus da er wie alle Hunde nur im Zeitraum von 0,5 – 1 Sekunde Ereignisse verknüpfen kann? Er lernt Jagen macht glücklich, zurückkommen dagegen bringt Ärger und er wird künftig noch länger wegbleiben.

Sehen wir Wild welches der Hund noch nicht bemerkte werden wir hektisch, fangen an zu rufen oder fassen die Leine fester und kürzer. Was der Hund daraus lernt ist folgendes: Wenn Frauchen hektisch wird lohnt es sich erst recht nach Jagdzielen Ausschau zu halten.

Was kann man aber machen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist? Wenn man diese Fehler machte, weil man ein Opfer billiger Bücher schlechter Autoren wurde?

Das A und O liegt in einer soliden Grundausbildung und einer gefestigten Bindung. Um es ganz hart zu sagen: Ein Hund mit Jagdpassion, welcher nicht auf Stoppkomandos absolut zuverlässig hört gehört immer an die Leine und zwar genau so lange, bis der Besitzer verstanden hat den Hund zu erziehen. Das Wichtigste ist es, dem Hund jeden Jagderfolg zu nehmen, dies geht nur an der Leine.

Dies ist in aller Regel nicht im Alleingang möglich. Man selbst sieht die unzähligen kleinen Fehler – von denen ich oben einen Bruchteil aufzählte - nicht. Man benötigt einen außen stehenden Beobachter der viel Hundeerfahrung hat – am besten in einer guten Hundeschule. Dieser relativ geringe finanzielle Betrag ist eine gute Investition in die nächsten 10 Jahre und dient dem Zusammenhalt, der Freiheit und den Nerven beider Seiten.

Auch bleibt der zeitliche und finanzielle Aufwand wesentlich geringer wenn man VOR dem Auftreten der ersten Probleme diese Hundeschule aufsucht und damit der Problementstehung vorbeugt.

Wir besuchen die Fahrschule ja auch nicht erst nach dem ersten Unfall oder erlernen das Lesen und Rechnen erst nach dem ersten Vorstellungsgespräch. Ziel dieses Besuches sollte es sein zu erkennen, wenn der Hund Jagdverhalten zeigt. Läuft er bereits los, haben sie Ihren Einsatz verschlafen und den Hund in seinem Verhalten gefördert – sie haben ihn weiter für sein Verhalten belohnt.

Sie müssen ihren Hund soweit kennen lernen, dass sie exakt in dem Moment eingreifen können, wenn er den Entschluss tätigt loszulaufen, wenn er beschließt eine Spur aufzunehmen. Sie müssen sehen wenn er angespannt Beute fixiert oder eine Spur aufnimmt.

Sie müssen Eingreifmöglichkeiten lernen, wenn der Hund sich aus Ihrem Blickfeld entfernt, er soll nicht an Ihrer Seite kleben aber ein eigenständiges Stöbern im Unterholz darf logischerweise von Ihnen nicht geduldet werden.

Lernen sie dem Hund beizubringen immer in Ihrer Nähe, im 10 Meter Umkreis zu bleiben, langsamer zu werden, sich auf den Weg rufen zu lassen und beim Anblick von Wild zu verharren und auf den Besitzer zu warten.

Alleine lässt sich dies nicht schaffen. Haben sie einen extrem hundeerfahrenen Menschen in der Familie kann´s klappen – ich rede hier nicht von jemanden der sein ganzes Leben lang Hunde hatte, ich rede von Menschen die viele, viele Hunde erzogen haben und auf dem wissenschaftlich neuestem Stand sind, ansonsten suchen sie VOR entstehen der ersten Probleme eine gute Hundeschule auf, wenn die Rasse ein solches Verhalten erahnen lässt oder beim Junghund erste Anzeichen auftreten. Das A und O bei allen erzieherischen Aufgaben – vor allem bei unerwünschtem Jagdverhalten ist es die Bindung zwischen Hund und Mensch zu verstärken. Es muss für den Hund mehr Vorteile bringen bei Ihnen zu bleiben als auf eigene Faust zu jagen.

Ich spreche hier nicht davon den angeborenen Jagdinstinkt zu unterdrücken und den Hund in ein unnatürliches Verhalten zu zwingen, ich rede davon dem Hund beizubringen, dass Jagderfolg nur an Ihrer Seite möglich ist.

Das Kapitel der Bindungsstärkung zwischen Hund und Mensch erachte ich als so wichtig, dass ich ihm hier eine Extraseite gewidmet habe. Geeignete Beschäftigung, Spiele und Jagdersatzhandlungen stelle ich im Kapitel Beschäftigung vor.

Hunderennen

© Alexander Kosenkov - Fotolia.com
Aktualisiert ( Mittwoch, 09. April 2008 04:53 )
 

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